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    Auf der Internetseite der Belegstelle Geisborn.             Träger ist der Kreisverband der Imker          im Kreis Merzig-Wadern

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Warum Belegstelle?

Kurz definiert ist die Belegstelle ein Ort zur Erzielung kontrollierter Paarungen zwischen Zuchtköniginnen und Zuchtdrohnen.

Die Paarung der Honigbienen findet im Flug hoch in der Luft statt. Bienenköniginnen und Drohnen fliegen weite Strecken und treffen sich auf sogenannten Drohnensammelplätzen, die den Imkern jedoch vielfach unbekannt sind. Alle Versuche kontrollierte Begattungen in einem geschlossenen Raum (Käfig, großes Zelt) stattfinden zu lassen sind misslungen. Um dennoch eine gezielte Anpaarung von nachgezogenen Königinnen und ausgewählten Vatertieren zu ermöglichen, werden Zuchtköniginnen zur Paarungszeit auf spezielle Belegstellen gebracht. Im Umkreis der Belegstelle wird seitens des Belegstellenteams versucht, nur Drohnen der gewünschten Zuchtrichtung zu haben.

Man muss aber auch sagen, dass es auf unserer Belegstelle (Landbelegstelle) nicht zu 100 % Reinpaarungen kommt. Diese 100% sind nur auf Inselbelegstellen oder durch Handbesamung zu erreichen.

Bei der dichten Besiedlung unseres Landes ist es nahezu unmöglich einen Platz, der im Radius von 10 km keine Bienenstände enthält, zu finden. Ein drohnenfreier Umkreis von  10,0 km für eine Belegstelle ist auch gar nicht nötig. Es ist ausreichend wenn sich im Umkreis von 7,5 km viele Drohnen die der Zucht dienen befinden.  Dies erfolgt vor allem durch Umweiselung der Völker um die Belegstelle.

Durch das Bieneninstitut Kirchhein wurden über 2 Jahre Versuche/Untersuchungen bezüglich der Drohnendichte (ergibt sich aus der Anzahl der Drohnenvölker, die im Flugradius der zu begattenden Königinnen einer Belegstelle aufgestellt sind) auf Belegstellen durchgeführt. Ergebnis, eine hohe Drohnendichte verkürzt die Flugweite und Flugdauer der Königinnen bei Paarungsflügen und beeinflusst das Begattungsergebnis positiv in die gewünschte Richtung. Die unerwünschten Drohnen kommen seltener zum Zuge.

Auf unserer Belegstelle werden nur Drohnen eingesetzt, deren Mütter bei einer Leistungsprüfung gemäß unserem Zuchtziel, Verbesserung der Varroatoleranz wie der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten allgemein, der Honigleistung und des Verhaltens überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben.

Die Leistungsprüfung ist die Grundlage der Zuchtarbeit und beinhaltet folgende Prüfkriterien:

Honigleistung, Sanftmut u. Wabensitz, Schwarmneigung: die Bewertungen erfolgen gemäß den diesbezüglichen Empfehlungen des DIB; die Honigerträge müssen gewogen werden.

Varroatoleranzprüfung: Bei den Prüfvölkern werden für die Dauer von einem Jahr mehrere Tests und Messungen durchgeführt, die dem Verhalten der Arbeiterinnen gegenüber der Varroamilbe dienen.

Krankheiten: Der Kalkbrut, der Nosema und der Schwarzsucht und neuerdings dem immer häufiger auftretenden CBPV wird große Aufmerksamkeit gewidmet.

Hier einige auszugsweise Anmerkungen von Friedrich Ruttner zur Zuchtauslese

Es sind vielfach die wirtschaftlichen wichtigen Eigenschaften, die innerhalb ein  und derselben Rasse in weiten Grenzen schwanken. Diese Unterschiede sind es, welche die Ansatzpunkte für die züchterische Auslese bieten. Sie weisen uns darauf hin, wie notwendig es auch innerhalb der „reinen Rasse“ ist, ständig zu prüfen und dann die Spreu vom Weizen zu trennen.

Nicht jede Carnica ist gut, und das schönste graue Kleid, der längste Rüssel taugen zu nichts, wenn der Vorrat in Kürze wieder verbrütet wird und wenn das Volk zur Unzeit abschwärmt.

Nicht selten wird die Ansicht vertreten:“Wir sind im Carnica-Gebiet, hier ist alles Reinzucht, wir brauchen keine Belegstelle.“ Damit wird einer der wichtigsten Zuchtgrundsätze, die Forderung nach Kontrolle der mütterlichen und der väterlichen Abstammung, vernachlässigt und jeder züchterische Fortschritt von vornherein unmöglich gemacht. Denn man kann auf diese Weise wohl die „reine Carnica“ züchten, aber nicht die Biene, die man in einer modernen Imkerei braucht!

Der Züchter verlangt von seinem Zuchtstamm vor allem erbliche Leistung. Mit einem Zufallstreffer, einem „Blender“ also, ist ihm nicht gedient; denn die Nachzuchten werden nicht halten, was das Muttervolk versprochen hat, und im Durchschnitt vielleicht sogar schlechter sein als der Durchschnitt des ganzen Standes. Die Zuchtarbeit hat sich also nicht gelohnt. Ein erbtreues Zuchtvolk hingegen wird, bei entsprechender Paarung, auch in den Nachkommen die Leistung halten. Ein Stand mit Völkern aus einem erprobten Zuchtstamm bringt höhere Erträge bei weniger Arbeit. Die Völker leisten im Durchschnitt mehr, sie sind dabei gleichmäßiger und darum arbeitssparend zu behandeln.

Wo die gewöhnliche Landrasse (also das uneinheitliche Rassegemisch auf einem beliebigen, züchterisch nicht beeinflussten Stande) mit Zuchtstämmen verglichen wurde, waren die Reinzuchtvölker immer überlegen – gleichgültig, bei welcher Rasse.

Da jeder Imker die Möglichkeit hat die Belegstelle zu nutzen oder Königinnen von den Züchtern zu kaufen, kann er sehr schnell die Leistung und das Verhalten seiner eigenen Bienen verbessern.       Oder noch besser, gleich bei der Züchtergemeinschaft mit machen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen der Ergebnisse vergangener Jahre, sowie Angaben die Sie benötigen, wenn Sie die Belegstelle dieses Jahr oder später einmal nutzen möchten. Wenn Sie Vorschläge zur Verbesserung der Seite abgeben wollen, können Sie dieses unter der angegebenen E-Mail Adresse der Seite “Personal” tun.

Horst Hero                         Vorsitzender Züchtergemeinschaft                                                                                  

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